Schulcharta erstellen
Informationen und weitere Überlegungen für eine erfolgreiche Definition und Verwendung einer Schulcharta:

 
 
 

Schulmanagement geht alle an

Strategien, die ein gutes Schulmanagement fördern, klären die Beziehungen unter allen Beteiligten. Sie integrieren die Eltern und natürlich die Schülerinnen und Schüler. Solche Strategien setzen auf die Beachtung von einfachen, klaren und bekannten Regeln und wirken sich so auf die Organisation der Schule aus.
Oelkers empfiehlt die folgenden Massnahmen:

  • Plan für den Umgang mit Gewalt und Mobbing als Bezugsrahmen: Die beteiligten Akteure evaluieren die Situationen und die Interventionsmöglichkeiten.
  • Präzise, angemessene hierarchische Strukturen. Die Rollen und Verantwortungen der Einzelnen sind bekannt. Jeder weiss, an wen er sich je nach Fall wenden kann.
  • Rasche, effiziente Kriseninterventionsmechanismen, um nach einem etablierten Protokoll möglichst rasch zu handeln. Dieses Tool regelt Interventionen und erleichtert Entscheidungen.
  • Hilfsangebote für Lehrpersonen in Krisensituationen. In kritischen Situationen finden die Lehrpersonen adäquate Hilfe, sie fühlen sich unterstützt und handeln mit dem gebotenen Abstand.
  • Kommunikationskanäle, um Gewaltvorfälle zu melden. Die betroffenen Personen sind gewarnt und können entsprechend reagieren.
  • Wesentlich sind Mechanismen für die effiziente Zusammenarbeit mit den Eltern und andern Partnern. Sie erleichtern die Kommunikation, die Kontakte, das koordinierte Vorgehen und die Entscheidungsfindung.
 
 
 

Erstellung einer Schulcharta
In der Schulcharta wird die gemeinsame Wertebasis der Schule niedergelegt. Die Schulcharta gilt als Bezugstext für Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrpersonen und Schulleitung. Sie steckt zudem den Rahmen für die individuellen und kollektiven Beziehungen ab und legt die Regeln für das Zusammenleben und die Umgangsformen in der Schule fest.

Durchsetzung der Regeln
Gewaltvorfälle kommen an Schulen häufiger vor, wenn die Verhaltensregeln unklar sind oder nicht systematisch umgesetzt werden oder wenn die Schüler sie als ungerecht empfinden. Um Abhilfe zu schaffen, sollte man die Regeln fest im Schulalltag verankern und die Eltern, die Medien und die lokalen politischen Akteure aktiv einbeziehen.
Diese Massnahmen erzielen eine doppelte Wirkung: Verhütung und Bewältigung von Verhaltensproblemen; Verbesserung der
Kommunikation zwischen Schule, Elternhaus und Schülern.

Externe Kompetenzen heranziehen
Verhaltensprobleme werden immer komplexer: Absenzen, Drogenkonsum, Aggressivität, Zerstörungsaktionen, Mobbing und sexuelle Belästigung. Die Lehrpersonen und die Schulleitung können die Probleme nicht immer selbst oder im Gespräch mit den betroffenen Schülerinnen und Schülern und Eltern regeln, sondern müssen sich eventuell an spezielle Präventionsdienste, Sozialarbeitende bzw. an die Jugendschutzbehörden oder an die Polizei wenden.

 
 
 

Comer School Development Program, SDP

 
 

Das an der Universität Yale entwickelte Programm setzt auf eine positive Schulkultur und die globale Förderung aller Schüler.

Ein Lenkungsteam steckt den Arbeitsrahmen ab. Darin vertreten sind die Lehrkräfte, die Verwaltung, die Schulleitung, die Eltern und die Schülerinnen und Schüler selbst (bei Jugendlichen). Dabei ist es wesentlich, dass sich die Mitglieder des Teams gut verstehen.
Das Team plant ein genaues Aktionsprogramm mit neun Punkten:

Drei Teams:

  • Planungs- und Schulmanagementteam
  • Unterstützungsteam für Eltern und Personal
  • Elternteam


Drei Verfahren:

  • Erstellung des Gesamtplans für die Schule
  • Weiterbildungsmassnahmen für das Personal zwecks Umsetzung des Gesamtplans für die Schule
  • Evaluation und Anpassungen


Drei Grundsätze:

  • Probleme unabhängig von der Verantwortungsfrage lösen, d.h. sich nicht auf Schuld und Verantwortung, sondern auf die Problemlösung konzentrieren.
  • Konsensentscheidung: Dialog und Diskussion, um Entscheidungen zu treffen, die den grundlegenden Interessen der Schülerinnen und Schüler am besten dienen und ihre Entwicklung fördern.
  • Kooperation: Zusammenarbeit zwischen der Schulleitung und den Teams fördern.


Die Wirksamkeit des Programms wurde in zahlreichen Erhebungen bestätigt: Schulklima und Leistungen insgesamt verbessern sich, Problemverhalten nehmen ab.