Evaluation des soziopädagogischen Klimas: Fragebogen
Möchten Sie das Sozialklima an Ihrer Schule analysieren? Das von Michel Janosz von der Universität Montreal entwickelte Tool wurde für die Schweiz angepasst und validiert.
Für weitere Informationen bitte hier klicken (in französischer Sprache).

 
 
 

Harmonisches Zusammenleben an der Schule
Die Broschüre umfasst 14 Massnahmen zur Förderung des positiven Schulklimas und zur Gewaltprävention. Sie beruhen auf den bestehenden Erfahrungen und Ressourcen.
Die Broschüre kann hier heruntergeladen werden (in französischer Sprache).

 
 
 

Förderung eines guten Schulklimas

Das Schulklima spielt für Schülerinnen und Schüler eine wichtige Rolle. Hektik, Gewalt und Mobbing beeinflussen das Verhalten und die Schulleistungen Jugendlicher. Auch die Lehrpersonen werden beim Unterrichten von der Atmosphäre am Arbeitsplatz geprägt. Deshalb muss die Schule einen förderlichen Rahmen bieten, um gemeinsam Erkenntnisse zu erarbeiten und Erfahrungen zu teilen.
In der Realität ist ein gutes Schulklima aber bei weitem keine Selbstverständlichkeit. Bei einem schlechten Schulklima können Massnahmen in der Klasse oder auf Ebene der Schule Abhilfe schaffen. Solche Initiativen, an denen sich Schüler und Lehrpersonen beteiligen, gehören häufig fest zum Schulalltag.

Bestandteile des Schulklimas
Für Michel Janosz von der Universität Montreal zeichnen fünf Aspekte ein gutes Schulklima aus:

  • Zwischenmenschliches Klima. Die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Schule spielen eine Schlüsselrolle. Respekt und gegenseitiges Helfen stehen im Vordergrund.
  • Pädagogisches Klima. Die Schule beschränkt sich nicht auf Wissensvermittlung, sondern nimmt ihre pädagogische Rolle wahr.
  • Sicherheitsklima. Ein Sicherheitsgefühl entsteht mit dem Eindruck von Ordnung und Ruhe.
  • Gerechtigkeitsklima. Die Schulregeln werden umgesetzt und als legitim und fair anerkannt.
  • Zugehörigkeitsklima. Die Schule bildet einen anerkannten Lebensraum und vermittelt Werte, die bei der Mehrheit Akzeptanz finden.
 
 
 

Schlüsselrolle der Schule

Eine breite Palette von Massnahmen dient der Verbesserung des Schulklimas und der Vorbeugung von Gewalt und Aggressionen.

Jean Pierre Lepage nennt in seinem Artikel zum Thema Schulklima und Gewaltprävention vier Handlungsebenen:

  • Kontext der Schule: soziales Image, Grösse, Ort, Zustand der Unterrichtsräume.
  • Rahmen, Regeln und Verfahren: Einführung, Anwendung und Befolgung der Vorschriften durch die Schüler und durch die Erwachsenen.
  • Pädagogische und erzieherische Tätigkeiten: Organisation der Schulpädagogik, Bewertungssystem, Möglichkeiten für persönliche Projekte.
  • Zwischenmenschliche Beziehungen: unter Schülern, unter Erwachsenen und Schülern sowie Beziehungen in der Schulhierarchie. Dabei geht es um Zuhören, Eingehen auf den Einzelnen, Dialog und transparente Information.
 
 
 

Wertschätzung ist für Schüler wesentlich
Cécile Carra  thematisiert die Rolle des Schulklimas in den Betrachtungen zur Gewalt. Danach befolgen Kinder Regeln leichter, wenn sie das Gefühl haben, dass man ihnen Fortschritte zutraut und wenn sie sich von den Lehrpersonen aufbauend, gerecht und fair behandelt fühlen. Diese Einstellung wirkt sich positiv auf ihre Gewalterfahrungen aus.

Kleine Initiativen, grosse Wirkung
Viele kleine Schritte können zur Schaffung eines guten Schulklimas beitragen. Schuljahresbeginn als wichtiger Meilenstein, Geschenke bei besonderen Anlässen, Kursangebot für Lehrpersonen mit Einbezug der Aspekte Gesundheit und Wohlbefinden, geselliges Beisammensein nach den Arbeitssitzungen: Solche und andere von der Schulleitung oder vom soziopädagogischen Personal organisierte Anlässe gehören zu einem gemeinsam entwickelten Verhaltenskodex.  

Evaluation der Schulen
Der Kanton Luzern evaluiert zusammen mit externen Partnern seine Schulen alle fünf Jahre. Die Evaluation dient als unterstützende Massnahme. Die Empfehlungen betreffen besonders die Verbesserung des Schulklimas.
In der Westschweiz und im Tessin können die Schulen bei ihrem Ansprechpartner im Kanton den Fragebogen zum Schulklima ausfüllen (questionnaire d’évaluation du climat socio-éducatif, QES). Die Evaluation enthält einen Teil für Fachleute und einen für Jugendliche. Ziel ist es, herauszufinden, worin die positiven Aspekte einer Schule bestehen und wo ein Verbesserungspotenzial liegt.