Pilot- und Evaluationsprojekte im Programm Jugend und Gewalt

Gewaltprävention an Schulen: 

 
 
 

Publikationen Good Practice

 
 
 

Prävention von Mobbing in der Schule

Interview mit Françoise D. Alsaker

 
 
 

Die Schule – ein wichtiger Ort für Gewaltprävention

Kinder verbringen viel Zeit in der Schule. Ihre Lebensqualität und ihr Verhalten werden somit stark von den Beziehungen zu den Mitschülerinnen und Mitschülern sowie zu den Lehrpersonen beeinflusst. Zu beachten sind auch die organisatorischen und strukturellen Aspekte des institutionellen Rahmens.

Die Schule spielt also eine wichtige Rolle für die soziale Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. Sie ist aber auch ein Ort, an dem es zu verbreiteten Formen von Gewalt kommt. Deshalb ist es die Pflicht von Schulen, sich mit der Gewaltprävention zu befassen.

 
 
 

Prävention auf Grundlage der Förderung der Lebensqualität

Die Schule hat den Auftrag, die Schülerinnen und Schüler auf das Berufs-, aber auch das Privat- und Sozialleben vorzubereiten. Durch die Vermittlung bestimmter Werte fördert sie die Eigenständigkeit und das Verantwortungsgefühl bei Kindern und Jugendlichen. Die Schule kann aber auch Schauplatz von Gewalt sein. Mobbing, Schlägereien, Rassismus, Drohungen, Ausgrenzung oder sexuelle Gewalt können im schulischen Umfeld auftreten. Diese Gewaltäusserungen erfordern gezielte Massnahmen.

 

Eine Präventionsstrategie an Schulen berücksichtigt die durch viele Faktoren bedingten Ursachen von Gewalt und enthält eine Reihe von Ergänzungsmassnahmen:

  • Die Förderung eines aufbauenden und erfüllenden Umfelds für alle Akteure der Schule ist die Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung von Präventionsmassnahmen. Es bestehen vielseitige Möglichkeiten, damit die Schule ein harmonisches Zusammenleben gestalten kann: Verbesserung des Schulklimas, klare Regeln und Strafen, Erarbeitung einer Charta, partizipative Strukturen.
  • Auf die Stärkung der sozialen und zwischenmenschlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler kann man ab den ersten Schuljahren hinarbeiten. Verschiedene Programme zu den Themen Selbstbestätigung, Umgang mit Gefühlen und Konflikten, Zuhören und Respekt, wirken sich positiv auf Problemen aus, die im Jugendalter auftreten können: Konsum von Suchtmitteln, Risikoverhalten, Gewalt usw.
  • Die frühe und gezielte Einwirkung auf Äusserungen von Verhaltensproblemen wie Schulmobbing oder Schwänzen sollte ebenfalls zu den Massnahmen einer umfassenden Präventionsstrategie an Schulen gehören. Die thematischen Prioritäten werden je nach Profil und spezifischen Bedürfnissen von den Schulen unterschiedlich gesetzt.
  • Die Schulung der Lehrkräfte ist ein bedeutendes Element der Gewaltprävention. Dazu gehören auch aktuelle Kenntnisse über neue Formen von Gewalt wie Cybermobbing sowie die Sensibilisierung für Prozesse der Frühintervention.
  • Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist wesentlich. Als Hauptverantwortliche für die Erziehung ihrer Kinder sollten die Eltern in jedes Präventions- oder Interventionsvorhaben partnerschaftlich einbezogen werden.
  • Mit einem Interventionskonzept für Krisensituationen – unter Einbezug der Netzwerk-Ressourcen – werden beim Auftreten von schwerwiegenden Ereignissen Verwirrung und Komplikationen vermieden. Ein von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) erstellter Leitfaden steht als Konzeptgrundlage zur Verfügung.
 
 
 

Unterstützung bei der Erarbeitung eines Präventionskonzepts

Die verschiedenen Präventions- und Interventionsmassnahmen an Schweizer Schulen gehen hauptsächlich auf die Initiative der Lehrkräfte und der Schulleitungen zurück. Wünschenswert ist, dass Schulen bei der Erarbeitung einer umfassenden Präventions- und Interventionspolitik auf professionelle Beratung zurückgreifen können und sowohl bei der Wahl und der Umsetzung von geeigneten Massnahmen als auch bei der Evaluation begleitet werden. Manche Kantone und grossen Gemeinden verfügen bereits über spezialisierte Fachstellen, in anderen stehen nur die Angebote von privaten Vereinigungen oder Beratungsfirmen zur Verfügung.