Pilotprojekte im Programm Jugend und Gewalt

Gewaltprävention in der Familie: 

 
 
 
 
 
 

Prävention bereits in der frühen Kindheit

Während der gesamten Entwicklung des Kindes übernimmt die Familie eine zentrale Rolle für die Gewaltprävention – insbesondere in der frühen Kindheit als auch bereits während der Schwangerschaft. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen sind familiäre Risikofaktoren für die Entstehung von Verhaltensproblemen in Kindheit und Jugend mitverantwortlich. Zum anderen kann niemand besser als die Eltern die emotionale und soziale Entwicklung des Kindes fördern.

 
 
 

Eltern im Fokus der Prävention

Insgesamt möchte familienbasierte Prävention den Eltern helfen, ihr Kind über alle Lebensphasen hinweg in seiner sprachlichen, sozialen, körperlichen, kognitiven, emotionalen, moralischen und musischen Entwicklung zu unterstützen. Vor allem will man dysfunktionale (nicht funktionierende) sowie Aggression und Konflikt verstärkende Erziehungspraktiken vermeiden. Die grosse Herausforderung besteht darin, diejenigen Eltern zu erreichen, die Unterstützung brauchen und deren Vertrauen zu gewinnen.

 

Massnahmen der familienbasierten Prävention werden in der Schweiz sowohl von öffentlichen wie auch von privaten Akteuren realisiert. Viele Unterstützungs-, Beratungs- und Weiterbildungsangebote richten sich an alle Eltern:

  • Die Mütter- und Väterberatung (telefonische Beratung, Hausbesuche, Kurse, Beratungsstellen) hat in der Schweiz eine lange Tradition und ist neben den Hausärzten und Hebammen eine wichtige Dienstleistung in den ersten Kinderjahren.
  • Ebenfalls verbreitet sind Veranstaltungen und Kurse im Rahmen der Elternbildung, welche überwiegend von privaten Trägerschaften angeboten werden.
  • Eine wichtige Unterstützung bieten auch Informationen (Elternbriefe, Ratgeber, Broschüren, Magazine etc.), die Basiswissen rund um die Themen Entwicklung, Pflege, Ernährung, Gesundheit und Erziehung vermitteln.

 

Einige Angebote sind speziell auf das Erreichen von Eltern aus bildungsfernen Schichten oder mit Migrationshintergrund ausgerichtet:

  • Mit aufsuchenden Familienbegleitungsprogrammen werden Eltern unterstützt und gleichzeitig deren Kleinkinder gefördert.
  • Inter- und intrakulturelle Gesprächsrunden oder Treffen bieten die Gelegenheit, über persönliche Kontakte und Gespräche Migrant/innen mit spezifischen Themen zu erreichen.

 

Schliesslich kommen bei festgestellten Problemen auch behördlich verordnete Massnahmen zum Einsatz, wie z.B. obligatorische Elternkurse, verordnete Familienbegleitungen (Sozialpädagogische Familienbegleitung SPF, Kompetenzorientierte Familienarbeit KOFA etc.) oder auch Fremdplatzierungen in Pflegefamilien.

 
 
 

Familiäre Gewalt von Jugendlichen

Gewaltprävention in der Familie richtet sich aber nicht nur an Eltern, Grosseltern oder andere Betreuungspersonen, sondern ebenso an Kinder und Jugendliche selbst. In diesem Zusammenhang ist beispielsweise die Problematik von Gewalt in jugendlichen Liebesbeziehungen oder auch Gewalt von Jugendlichen gegenüber Eltern, Geschwister und Grosseltern zu erwähnen. Auch hier existieren verschiedene Massnahmen im Bereich der Prävention wie auch der Intervention.