Repression als Reaktion auf Gewaltverhalten

Unter Repression sind alle Massnahmen zu verstehen, die als Reaktion auf aggressives und gewalttätiges Verhalten von Jugendlichen erfolgen. Dazu zählen Massnahmen von Strafbehörden (Polizei, Untersuchungsbehörde, Jugendgericht), Schulbehörden und anderen Erziehungsinstanzen. Repressive Massnahmen richten sich jedoch nicht nur gegen einzelne Jugendliche, sondern können auch gegen ganze Gruppen ausgesprochen werden, etwa nächtliche Ausgangssperren, die in den letzten Jahren von einzelnen Gemeinden für Minderjährige erlassen wurden.

 
 
 

Repression soll erzieherisch und präventiv wirken

Eines der Hauptziele von Repression ist die Verhinderung von weiteren Straf- und Gewalttaten. Dabei gilt zu beachten, dass mit zu harten, falsch eingesetzten und zeitlich stark verzögerten Sanktionsmassnahmen die gewünschten Wirkungen insbesondere bei Jugendlichen oft nicht erreicht werden. Das schweizerische Jugendstrafrecht stellt deshalb nicht die Bestrafung, sondern den Schutz und die Erziehung von Jugendlichen an oberste Stelle. So werden in einem Strafverfahren auch immer vertiefte Abklärungen zu den persönlichen, familiären, schulischen, beruflichen und freizeitlichen Verhältnissen eines Jugendlichen durchgeführt. Unabhängig davon, ob eine erzieherische oder therapeutische Schutzmassnahme (z.B. ambulante Massnahme oder Heimunterbringung) oder eine Bestrafung (z.B. Freiheitsentzug, Busse, Verweis) angeordnet wird, soll diese auf den Täter massgeschneidert sein (Täterstrafrecht) und erzieherisch und präventiv wirken.

 
 
 

Evaluation des Jugendstrafgesetzes

Die Wirksamkeit von Sanktionen, die Höhe von Strafen sowie die Altersgrenze, bis zu welcher Schutzmassnahmen möglich sein sollen, sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Aus diesem Grund wurde im Auftrag des Bundesamtes für Justiz eine externe Evaluation des revidierten und am 1. Januar 2007 in Kraft getretenen Jugendstrafgesetzes durchgeführt. Der Schlussbericht wurde im Mai 2012 fertiggestellt.