Projekte evaluieren

Angesichts der Vielzahl und Vielfalt der Angebote und Massnahmen zur Gewaltprävention ist es manchmal für Entscheidungsträger und Fachleute vor Ort schwierig, eine Wahl zu treffen. Zudem wurden beliebte und schon lange umgesetzte Projekte nie einer externen Evaluation unterzogen, weil manchmal die Mittel fehlten. Das Programm Jugend und Gewalt hat während seiner Laufzeit für sechs in der Schweiz durchgeführte Projekte die Evaluation finanziert.

 
 
 

Welche Art von Projekt wurde evaluiert?

Die Kantone, Städte und Gemeinden konnten konkrete Projekte zur Evaluation vorlegen, die Gewalttaten von Jugendlichen vorbeugen oder beim ersten Auftreten von gewalttätigen Verhaltensweisen frühzeitig eingreifen. Evaluiert wurden auch umfassende Präventionsstrategien. Die Projekte waren in verschiedenen Bereichen angesiedelt: Familie und frühe Kindheit, Schule und Bildung, Freizeit und soziales Umfeld sowie in anderen spezifischen Kontexten (aussergerichtliche Schlichtung). 

 

Damit ein Projekt zur Evaluation ausgewählt wurde, musste es bestimmte Anforderungen bezüglich Qualität, Verbreitung und Transferpotential erfüllen:

 

  • Qualität: Die Projekte müssen solide Grundlagen aufweisen, wenn möglich auf theoretischen Referenzen beruhen und auf praktischen Erfahrungen abgestützt sein. Aufbau, Ziele und Methodik müssen klar und explizit ersichtlich sein. Ausserdem müssen die Projekte langfristig angelegt sein und sich sinnvoll in den kommunalen oder kantonalen Kontext einfügen.
  • Verbreitung: In der Schweiz weit verbreitete Projekte, die noch nie einer wissenschaftlichen Evaluation unterzogen wurden, haben Vorrang. Es ist wichtig, die Voraussetzungen und die Wirkung von schon lange bestehenden und häufig umgesetzten Projekten zu prüfen. 
  • Transferpotenzial: Die Ergebnisse aus der Projektevaluation führen zu Erkenntnissen, die an die Akteure der Prävention weitergegeben werden. Die Projektkomponenten müssen sich daher auf andere Kontexte übertragen lassen. Und die Empfehlungen, die sich daraus ableiten, müssen von anderen Akteuren übernommen werden können.