Stand der Gewaltprävention in der Schweiz

In der Schweiz existieren zahlreiche Massnahmen zur Prävention von Jugendgewalt, welche zumeist auf lokaler Ebene ausgestaltet und durchgeführt werden. Hingegen lassen sich Defizite bei der Koordination der Massnahmen privater und öffentlicher Akteure in den verschiedenen Bereichen feststellen.

 
 
 

Kompetenzen verteilt auf verschiedenen Ebenen

In der föderalistischen Schweiz verteilen sich die Kompetenzen auch beim Thema Gewaltprävention auf Bund, Kantone und Gemeinden. Ergänzend kommen die Initiativen von Privatpersonen und nichtstaatlichen Organisationen hinzu, die eine wichtige Rolle spielen.

Auf Bundesebene sind verschiedene Bundesstellen betroffen, die sich im engeren oder weiteren Sinn mit dem Thema Jugend und Gewalt befassen. Auf Ebene der Kantone haben sich mehrere interkantonale Konferenzen (KdK, SODK, EDK) der Problematik oder gewissen Aspekten davon angenommen.

Was die Bemühungen der einzelnen Kantone angeht, so sind diese sehr unterschiedlich: Während einige über kantonale Konzepte zur Prävention von Jugendgewalt verfügen oder aktuell an der Erarbeitung von solchen sind, beschränken sich andere auf einzelne Massnahmen in Teilbereichen.

Auf Ebene der Städte und Gemeinden verhält es sich ähnlich: Die Spannweite reicht von umfassenden Konzepten über Fachstellen für Gewaltprävention in grösseren Städten bis hin zu gezielten Massnahmen in einzelnen Bereichen.

 
 
 

Mitwirkung verschiedener Bereiche der Politik

Das Phänomen der (Jugend-)Gewalt ist so vielfältig in seinen Ursachen und Ausdrucksformen, dass es eine ganze Reihe von verschiedenen politischen Bereichen betrifft, auch solche, die nicht unbedingt auf Gewaltbekämpfung ausgerichtet sind wie Kinder- und Jugendpolitik, Familienpolitik, Sozialpolitik, Gesundheitspolitik, Bildungspolitik, Sportpolitik, Raumentwicklung, Integrationspolitik, Gleichstellungspolitik sowie Justiz und Sicherheitspolitik.

 
 
 

Systematische Übersicht

Um einen systematischen Überblick über die bestehenden Präventionsstrategien und -massnahmen sowie Strukturen in den Kantonen, Städten und Gemeinden zu erhalten, ist das Forschungsbüro Landert>Partner Mitte 2011 mit der Erstellung einer Übersicht der Gewaltprävention in der Schweiz beauftragt worden. Entstanden sind Portraits von allen Kantonen sowie von ausgewählten Städten und Gemeinden. Zudem sind diese Massnahmen in einer Datenbank erfasst worden.

 

Damit soll den betroffenen AkteurInnen Orientierungsbeispiele für die (Weiter-)Entwicklung ihrer eigenen Strategien und Konzepte zur Verfügung gestellt und der gegenseitige Erfahrungsaustausch gefördert werden.